Hinter Gravity9 stehen die beiden Persönlichkeiten, Andres Esteban und Hannes Muik, deren Kompetenzprofile sich von Natur aus ergänzen. Gemeinsam bilden sie ein “Kraftzentrum” für kulturelle und didaktische (Weiter)-Entwicklung, das die Gründung einer eigenen Institution als logische Konsequenz zur Folge hatte.
Die gemeinsame Architektur von Gravity9
Zum einen bringt Andres die strukturellen und didaktischen Masstäbe in das Duo ein. Mit seinem geschärften Blick für das Didaktische Fundament und die Organisation ist er der Anker des Unternehmens. Er verbindet administratives Know-How mit seinem Verständnis für die notwendigen Rahmenbedingungen, die professionelle Kunst und Aus- und Weiterbildung benötigen, um stabil wachsen zu können. Hannes zum anderen, bildet das inhaltlich-visionäre Zentrum. Mit seiner kreativen Tiefe und der Fähigkeit, künstlerische Räume intellektuell wie auch emotional entstehen zu lassen und zu durchdringen, verleiht er der Institution ihre Seele. Sein Talent, über den Tellerrand hinauszuschauen und neue künstlerische Horizonte zu erschliessen, ist der Antrieb für den innovativen Geist der Arbeit von Gravity9.
Die Institution
Die Verbindung dieser beiden Pole macht Gravity9 zu einem innovativen Lern-Studio für die darstellenden Künste. In dieser Kombination verschmilzt Handwerk mit dem Anspruch einer akademischen Professionalität. Während die eine Seite für Qualität und den professionellen Standard bürgt, sorgt die andere für die stetige Weiterentwicklung und inhaltliche Relevanz. Gemeinsam schaffen sie ein „Gefäss“, das sowohl eine stabile Struktur als auch die Freiheit einer kreativen Vision bietet. 2024 gründeten die beiden die Kulturarchitekten GmbH als operativen und administrativen Arm von Gravity9.
Andres Esteban
Stimme, Körper und Kontrast: Die Kunst der Verkörperung
Mein Weg in den darstellenden Künsten ist eine Reise durch die Gegensätze – Als Basler mit spanischen Wurzeln führte mich meine Leidenschaft für Gesang, Tanz und Schauspiel über Hamburg an die Universität der Künste in Berlin. Bereits während dieses vierjährigen Studiums stand ich in zahlreichen Musical-, Operetten- und Rock-Oper-Produktionen in Deutschland und der Schweiz auf der Bühne. Doch für mich war die Bühne nie nur ein Ort der Darstellung, sondern immer auch ein Ort der Recherche am eigenen Körper: Parallel zu meinen Auftritten absolvierte ich eine Yoga-Ausbildung bei Inspira Yoga, um die Verbindung von Physis und Präsenz zu vertiefen.
Die Stimme als funktionales Zentrum
Mein Fokus verlagerte sich mit wachsender Erfahrung verstärkt auf die funktionale Stimme – eine Vertiefung, die es mir erlaubt, die Stimme nicht nur als Instrument, sondern als physiologisches und emotionales Kraftzentrum zu verstehen. Diese Expertise fliesst heute in meine Arbeit als Gesangslehrer ein. Ob Pop, Musical, Jazz oder Klassik: Mein Ziel ist es, Menschen den Zugang zu ihrer authentischen Resonanz zu ermöglichen. Durch stetige Weiterbildungen verfeinere ich mein eigenes Repertoire, das sich bis in das besondere Fach des Countertenors erstreckt.
Darstellung & Performance
Mit dem Studium “Master of Theatre” an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) erweitere ich meine künstlerische Arbeit auf ein neues akademisches und praktisches Level. Mein gestalterisches Wirken findet somit unter anderem auch in kuratierten Räumen statt, wie etwa durch Projekte im Kunsthaus Zürich, wo die Grenzen zwischen Klassik, Gesang, Kunst und Performance verschwimmen.
Gravity9 Company
Als Geschäftsleiter schaffe ich hier die operativen Strukturen, in denen unsere Visionen wachsen können. Doch Gravity9 ist für mich weit mehr als ein administratives Gefäss: Es ist der Ort, an dem meine charakteristische Form der Performance und des Unterrichtens ihre volle Entfaltung findet.
In den Musiktheaterproduktionen der Gravity9 Company – wie “Der Sommernachtstraum“, „Die Zauberflöte“, „Die Rabenschwarze Winterreise“ oder „Kyknos’ Klage“ – verbinde ich meine Disziplinen zu einem Gesamten. Hier verschmelzen Tuchakrobatik, Schauspiel und Gesang zu einer Einheit. Dabei schöpfe ich künstlerisch oft aus dem tiefen Repertoire von Barock, Klassik und Romantik, um diese zeitlosen Klänge durch die Vertikale des Tuches und die darstellerische Präsenz neu erlebbar zu machen.
Hannes Muik
Kultur als Prozess der Transformation: Von der Bühne zur Struktur
Mein Weg in der Welt der Kultur ist geprägt von stetiger Bewegung und dem Willen zur Transformation. Begonnen im Scheinwerferlicht der Wiener Musical-Bühnen, führte mich meine künstlerische Reise über jahrelange Engagements an renommierten Opernhäusern und Theatern bis nach New York, wo ich mein Schauspiel-Handwerk in der Meisner-Technik vertiefte. Diese Zeit auf und hinter der Bühne – als Darsteller, Regisseur und Choreograf – schenkte mir ein instinktives Verständnis für die Dynamik künstlerischer Prozesse.
Doch Kunst & Kultur brauchen nicht nur Inspiration, sondern auch Raum und Struktur. Diese Überzeugung markierte den Übergang in meine heutige Tätigkeit: die Verbindung von künstlerischem Profi-Standard mit versierter Management-Expertise.
Nach der Gründung von Gravity9 und prägenden Stationen – wie Teil des der Leitungs-Teams “Publikumsservice” im Museum für Gestaltung Zürich sowie der Weiterbildung in Kulturmanagement im Museum Stapferhaus – fokussierte ich mich mit der Gründung der Kulturarchitekten GmbH auf die Architektur hinter der Kunst. Heute schlage ich als Mit-Inhaber und Firmen-Kurator die Brücke zwischen dem freien schöpferischen Ausdruck und institutioneller Professionalität.
Ganzheitliche Begleitung und Resonanz:
Transformation bedeutet für mich auch die Begleitung von Prozess-Entwicklung einzelner Personen wie Entscheidungsträger:innen und Führungspersonen in (Kultur-) Betrieben. Basierend auf meinen weiterbildenden Vorlesungen am ISAP C.G. Jung Institut Zürich integriere ich tiefenpsychologisches Wissen in meine Arbeit als Coach und Mentor. Ob in der Krisenbegleitung im Alltag oder im Coaching von Künstler:innen: Ich betrachte Projekte und Menschen mit einem ganzheitlichen Blick auf Kreativität, Seele und Struktur.
Als Mitglied der Kulturkommission Kloten setze ich mich zudem für die gesellschaftliche Relevanz kultureller Räume ein. Mein Ziel bleibt es, Orte der Begegnung zu schaffen, an denen Kultur nicht nur stattfindet, sondern durch den Mut zur Veränderung lebendig bleibt.

